Fahrerflucht – Teil 2: Die nachträgliche Feststellung und die Wahrnehmbarkeit von Unfällen

Prof.Dr. Streich & Partner Rechtsanwälte
10115 Berlin
research paper help sites mba thesis writers writre my report essay about my college where to get research papers Verfasser des Beitrages:
gelesen: 86138 , heute: 7 , zuletzt: 30. Juli 2016

Wann ist die nachträgliche Feststellung noch unverzüglich?

Wenn sie eine angemessene Zeit am Unfallort vergeblich gewartet haben, ohne dass der Geschädigte oder andere feststellungsbereite Dritte anzutreffen waren, dürfen Sie sich straffrei vom Unfallort entfernen. Dies setzt aber voraus, dass Sie anschließend unverzüglich die Feststellung ihrer Personalien und ihrer Unfallbeteiligung bei der Polizei möglich machen. Die Rechtsprechung versteht unter „unverzüglich“ die Erfüllung der Meldepflicht „Fotoohne schuldhaftes Zögern“. Je nach Einzelfall und wie es die Umstände erlauben, sollten sie möglichst sofort oder zeitnah die Feststellungen ermöglichen. Andererseits kann bei nächtlichen Unfällen grundsätzlich eine Meldung am nächsten Morgen genügen (OLG Hamm, NZV 2003, 424). Um ganz sicher zu gehen, sollten sie sich jedoch sofort bei der Polizei melden.

Was mache ich, wenn ich den Unfall erst zu Hause bemerke?

Bei den meisten Strafverfahren der Fahrerflucht handelt es sich um Unfälle, bei denen es zu leichten Anstößen zwischen zwei Fahrzeugen beim Ein- oder Ausparken (Parkschaden) kam. Besonders in solchen Fällen ist es möglich, dass der Unfallverursacher diesen Zusammenstoß gar nicht bemerkt hat. In diesem Zusammenhang spricht von der optischen, akustischen und taktilen Wahrnehmbarkeit von Unfällen. Man fragt also, ob der Unfall gesehen, gehört oder als Ruck wahrnehmbar gewesen ist. Indizien für die Annahme eines Unfalls sind Aufprälle, deutliche Unfallgeräusche und Erschütterungen. Ob und in welcher Weise ein Unfall wahrnehmbar war, lässt sich nachträglich durch Sachverständigengutachten anhand des Schadenbildes feststellen. Von daher ist grundsätzlich davon abzuraten, sich darauf zu berufen, den Anstoß mit einem anderen Wagen nicht bemerkt zu haben, obwohl dies nicht der Wahrheit entspricht. Nimmt man einen Ruck oder Zusammenstoß wahr, sollte man sich vergewissern, dass es dabei nicht zu Fremdschäden gekommen ist.Bemerken sie einen Schaden an ihrem Fahrzeug erst zu Hause, sollten sie versuchen, sich daran zu erinnern, an welcher Stelle es zu einem Unfall gekommen sein konnte. In diesem Fall können Sie natürlich Geschädigter oder Schädiger sein. Es empfiehlt sich daher, auch hier die Polizei zu benachrichtigen, da andere den Unfall beobachtet haben könnten. Falls sie dann als Schädiger festgestellt werden, bleiben sie dennoch straflos, wenn festgestellt wird, dass sie den Unfall oder Zusammenstoß nicht bemerken konnten (BVerfG, 2 BvR 2273/06).

Aufgrund der vielfältigen Probleme im Bereich der Unfallflucht empfiehlt es sich stets einen auf dem Verkehrsrecht spezialisierten Rechtsanwalt mit der Verteidigung zu beauftragen.

 

Teil 1 befasst sich mit der Wartepflicht der Unfallbeteiligten.

Teil 2 befasst sich mit der Wahrnehmbarkeit von Zusammenstößen

Teil 3 befasst sich mit den strafrechtlichen Folgen

Teil 4 befasst sich mit dem Bußgeld und den Nebenfolgen

Teil 5 befasst sich mit dem Versicherungsschutz

 

 

Über den Autor: Rechtsanwalt Thomas Brunow Rechtsanwalt für Verkehrsrecht in Berlin Mitte. Rechtsanwalt Brunow ist Vertrauensanwalt des Volkswagen – Audi Händlerverbandes für Verkehrsrecht e.V. und Mitglied der ARGE Verkehrsrecht in Berlin. Rechtsanwalt Thomas Brunow hilft Geschädigten nach Verkehrsunfällen und Betroffenen nach Verkehrsverstößen (Fahrerflucht, Bußgeld, Punkte in Flensburg etc.) schnell und unbürokratisch.mehr Infos: www.verkehrsrecht-24.de NEU: www.verkehrsanwaelte-24.de

Sofern ein Ermittlungsverfahren läuft, sollten Sie sich umgehend mit einem Verkehrsanwalt in Verbindung setzen.

unverbindliche Erstberatung

Tel.: 030 / 226 35 71 13

Rechtsanwalt Thomas Brunow ist Partner der Kanzlei Prof. Dr. Streich & Partner Berlin Mitte

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10 Kommentare zu „Fahrerflucht – Teil 2: Die nachträgliche Feststellung und die Wahrnehmbarkeit von Unfällen“

  1. […] Teil 2 befasst sich mit der Wahrnehmbarkeit von Zusammenstößen Über den Autor: Rechtsanwalt Thomas Brunow Rechtsanwalt für Verkehrsrecht in Berlin Mitte. Rechtsanwalt Brunow ist Vertrauensanwalt des Volkswagen – Audi Händlerverbandes für Verkehrsrecht e.V. und Mitglied der ARGE Verkehrsrecht in Berlin. Rechtsanwalt Thomas Brunow hilft Geschädigten nach Verkehrsunfällen und Betroffenen nach Verkehrsverstößen (Fahrerflucht, Bußgeld, Punkte in Flensburg etc.) schnell und unbürokratisch. […]

  2. edgar sagt:

    sehr schön, gibts das auch als Fahrerflucht Lexikon zum nachschlagen wenn´s drauf ankommt 😉

  3. […] Teil 2 befasst sich mit der Wahrnehmbarkeit von Zusammenstößen […]

  4. […] Teil 1 befasst sich mit der Wartepflicht der Unfallbeteiligten. Teil 2 befasst sich mit der Wahrnehmbarkeit von Zusammenstößen […]

  5. Annika sagt:

    Hallo,
    ich habe mal eine Frage. Auf einer Webseite (ich hab sie mal versucht hier zu verlinken) habe ich gefunden, dass man gar keinen wirklichen Rechtsschutz mehr für Park-Rempler braucht. Da man bei der Versicherung alles über eine Parkschutzversicherung abdecken kann. Ist das richtig? Ihr könnt auch gerne hier antworten. Danke

  6. Eine Rechtsschutzversicherung ist nicht mit einer „Parkschutzversicherung“ vergleichbar. Es stellt sich aber die Frage, in welcher Position Sie sich befinden. Wurde Ihr Fahrzeug beschädigt und der Unfallverursacher ist flüchtig, so können Sie die vorgenannte Versicherung in Anspruch nehmen. Diese übernimmt die Kosten zur Beseitigung des eigenen Schadens. Nichts anderes wie eine Kasko, nur dass es bei der Art und Weise der Reparatur Vorgaben der Versicherungen gibt und nur kleinere Schäden (Lackschäden, kleine Beulen etc.) umfasst sind.

    Wird dagegen gegen Sie wegen Fahrerflucht ermittelt, so übernimmt die Rechtschutzversicherung die Kosten Ihres Rechtsanwaltes und des Verfahrens, sofern Sie nicht wegen einer Vorsatztat verurteilt werden.

    Das eine hat folglich mit dem anderen nichts zu tun!

  7. silvia Blickle sagt:

    Guten Tag,
    wenn ich der Fahrerflucht beschuldigt werde, ich jedoch beim ausparken nichts bemerkt habe!
    Die Versicherung will Regress.
    Soll ich das bezahlen obwohl ich nicht bemerkt habe, dass ich ein anderes Fahrzeug gestreift habe und weggefahren bin.
    Bei der Polizei habe ich auch angegeben, nichts bemerkt zu haben
    Es kam eine Strafanzeige und es gibt zwei Zeugen.
    Danke S. B.

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