Voller Ersatz von Sachverständigenkosten bei Mithaftung des Geschädigten

Loren GrunertVerfasser des Beitrages:
gelesen: 59598 , heute: 16 , zuletzt: 2. Dezember 2016

Das Amtsgericht Siegburg hat durch Urteil vom 31.03.2010 – Az: 111 C 10/10 – entschieden, dass dem Geschädigten auch dann die vollen Sachverständigenkosten erstattet werden müssen, wenn ihn eine Mithaftung für den Verkehrsunfall trifft.
Dies entspricht nach Auffassung des Amtsgerichts Siegburg den Grundsätzen der Differenztheorie, nach denen der Schädiger dem Geschädigten das schuldet, was der Geschädigte aufwenden muss, um den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Im Gegensatz zu den Schadenspositionen, die im Falle einer Mithaftung des Geschädigten quotiert werden müssen, fallen Sachverständigenkosten überhaupt nicht an, wenn der Geschädigte den Unfall vollständig selbst verursacht hat. Diese sind Rechtsverfolgungskosten, die ausschließlich dazu dienen, den aufgrund der jeweiligen Haftungsquote erstattungsfähigen Anteil des dem Geschädigten entstehenden Gesamtschadens von dem Schädiger ersetzt zu bekommen.
Die Sachverständigenkosten sind deswegen nicht wie der Gesamtschaden des Geschädigten zu quotieren, da Sie erst dann entstehen, wenn der Geschädigte seinen erstattungsfähigen Anteil des Gesamtschadens gegenüber dem Schädiger beziffern und belegen muss.

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3 Kommentare zu „Voller Ersatz von Sachverständigenkosten bei Mithaftung des Geschädigten“

  1. Dr. Tillmann Krach sagt:

    Entweder ist dieses Urteil falsch oder es ist nicht richtig wiedergegeben. Jedenfalls kann man mit derartigen Ausführungen bzw. Zitaten überhaupt nichts anfangen – wer sich mit dem Quotenvorecht bzw. der Differenztheorie (bei Inanspruchnahme des Vollkaskoschutzes!) befassen will, sollte sich lieber an die einschlägige BGH-Rechtsprechung halten als an derartige Blog-Beiträge!

  2. Dobach sagt:

    Also ich denke,dass sich Frau Grunert nur ein bisschen unglücklich ausgedrückt hat. Im anghängten Urteil kann man schön lesen wie es gemeint ist. Ich würde mich freuen auch ein paar Beiträge von Ihnen lesenzu können

  3. Ne, ne, das Urteil ist ein absoluter Blindgänger, weil es scheinbar keiner liest und trotzdem überall rumpostet. Der Geschädigte hat im zugrunde liegenden Fall nur die vollen SV – Kosten bekommen, weil die Mithaftung keine Rolle gespielt hat. Das Gutachten, um das es ging, war ein „Midestlohngutachten“. Selbst wenn man die Schadenshöhe, die ja für die Gutachtergebühren maßgeblich ist – fast alle Gutachter berechnen ihre Gebühren ja anhand der Schadenshöhe – um 50 % reduziert hätte, wäre das Gutachten nicht billiger geworden. Die BGH – Rechtsprechung ist allerdings eindeutig: Zu erstatten sind die Sachverständigenkosten, die sich aus der zu erstattenden Schadenshöhe ergeben. Also ist die Mithaftungsquote immer relevant.

    @ Dr. Tillmann Krach:
    Das hat mit dem Quotenvorrecht überhaupt nichts zu tun.

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