Ein Rückblick auf den Kongress zur Transparenzoffensive der HUK-COBURG-RECHTSSCHUTZVERSICHERUNG

Dominik BachVerfasser des Beitrages:
gelesen: 11815 , heute: 3 , zuletzt: 25. September 2016

Rechtsschutzversicherungen spielen auch im Verkehrsrecht häufig eine Rolle. Mit einem Kongress, zu dem die HUK-COBURG-RECHTSSCHUTZVERSICHERUNG Ende November nach Bamberg eingeladen hatte, setzte die Gesellschaft ihre bereits seit Längerem laufende »Transparenzoffensive« fort, mit der sie das angespannte Verhältnis zu Teilen der Anwaltschaft entkrampfen will. Fragt man die Teilnehmer, so scheint sich der Aufwand gelohnt zu haben.

Hier finden Sie ein Video zur entsprechenden Veranstaltung:

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2 Kommentare zu „Ein Rückblick auf den Kongress zur Transparenzoffensive der HUK-COBURG-RECHTSSCHUTZVERSICHERUNG“

  1. Ich hatte Gelegenheit an der Veranstaltung teilzunehmen. Die freie Anwaltswahl stellt einen wesentlichen Grundsatz unserer Rechtsordnung dar, der durch Regulierungsabkommen, Vertrauensanwälte, Schadensfreiheitsrabatte und andere Anreize der Versicherungswirtschaft nicht in Frage gestellt werden darf.

    Viele berufsrechtliche Fragen sind noch ungeklärt. Verhalten sich Anwälte, die sich in einer Abrechnungsvereibarung binden, berufsrechtswidrig, werden gesetzliche Gebühren unterschritten? Besteht ein Interessenkonflikt, liegt gar eine unzulässige Vorteilsgewährung für die Vermittlung von Mandaten vor?

    Fest steht, dass die Unabhängigkeit der Anwaltschaft betroffen ist. Die Kernfrage aber lautet, wie kannn die Anwaltschaft auf den Vorstoß der Versicherungswirtschaft reagieren?

    Wie gefährlich der Weg der gerichtlichen Auseinandersetzung ist, hat das Urteil des LG Bamberg vom 08.11.11 (1 O 336/10) gezeigt. Wegen der Gefahr, dass weitere Gerichte das System der Schadenssteuerung für zulässig erachten, wird die Position der Versicherugen gestärkt. Daher müssen alle Beteiligten miteinander statt übereinander reden. Der Kongress der HUK Coburg und die dort eingeleitete Transparenzoffensive waren ein Schritt in die richtige Richtung. Die Anwaltschaft ist nunmehr aufgerufen, den nächsten Schritt auf diesem Weg zu machen.

    Ulrich Sefrin
    Rechtsanwalt und Mediator
    Euskirchen

  2. Chr. Zimper sagt:

    „…das System der Schadenssteuerung …“ hat zum Ziel – berechtigte Ansprüche erst gar nicht aufkommen zu lassen und/oder abzuwehren.
    ______________________________________________

    Ohne dabei gewesen zu sein und ohne das Video angesehen zu haben -es kann kein „Miteinander“, es bräuchte auch kein „Gegeneinander“, es darf nur ein Nebeneinander geben!

    Wenn jemand zum RECHTSanwalt geht, dann doch um SEIN RECHT und nicht etwa einen Vergleich zu bekommen. Gerade ein Versicherer wie die HUK-Coburg hat doch nichts zu verschenken. Ich möchte nicht wissen, wie Leistungsfähig man dort noch wäre, würde man mit einem Mal alle zu Unrecht einbehaltenen Gelder auszahlen (müssen).
    Schon heute vermitteln eine nicht geringe Zahl von Anwälten ihren Mandanten zur Kfz-Schadenbestimmung den nach Weisung des Schädigers Handelnden (Sachverständigen mag ich ihn nicht nennen – denn Sachverstand ist in diesen Fällen nachweislich unerwünscht.)

    Ein aktuelles Bespiel hierzu gibt der Blogbeitrag auf CH:

    „AG Saarlouis verurteilt HUK-VN zur Zahlung restlichen Schadensersatzes, den seine Versicherung aufgrund eines DEKRA-Gegengutachtens gekürzt hatte mit Urteil vom 21.12.2011 – 26 C 2093/10 (11) -“

    http://www.captain-huk.de/urteile/ag-saarlouis-verurteilt-huk-vn-zur-zahlung-restlichen-schadensersatzes-den-seine-versicherung-aufgrund-eines-dekra-gegengutachtens-gekurzt-hatte-mit-urteil-vom-21-12-2011-26-c-209310-11/

    Sollte jetzt noch eine für den Bürger nicht mehr überschaubare Anzahl von Anwälten bzw. Kanzleien sich vertraglich an die HUK als Rechtsschutzversicherer binden, wird der Rechtsuchende und dies nicht nur nach einem Verkehrsunfall, zunehmend mit dem Gefühl oder gar mit dem Wissen nach Hause (zu seinen Verwandten, Freunden und Bekannten) gehen, nicht alles ihm Zustehende bekommen zu haben. Er wird sich fragen, warum habe ich mir den Anwalts-Stress überhaupt angetan? Das nächste Mal wird er – ganz bestimmt – auf diesen (nicht seinen), gar jeden Rechtsbeistand verzichten.

    Dann wäre die HUK da, wo sie hin will. Nur was haben die „HUK-Anwälte“ davon? Sich wohlmöglich – wie die Vertrauenswerkstätten, nur hier -im bestem Wissen und sehenden Auges – ihr eigenes Grab geschaufelt? Die Grabbeigabe – Verlust der Glaubwürdigkeit, der Anerkennung und Achtung der Mandantschaft bzw. der Bürger.

    Liebe Anwälte, das Geld „fährt“ doch auf der Straße, ihr müsst nur genau hinschauen. Schafft Vertrauen und müht euch. Klärt auf und hinterfragt – auch für den Letzten – z. B. Schreiben wie dieses:

    ERGO
    Kraftfahrt-Schaden KS06787xxxxxx Schaden vom xx.12.11

    Sehr geehrter Herr XY,

    Ihr Kraftfahrt-Schaden wurde uns gemeldet. Leider konnten wir Sie bisher telefonisch nicht erreichen.
    Um den Schaden so schnell wie möglich für Sie „regulieren“ zu können, setzen Sie sich bitte mit Herr xx unter der Telefonnummer 0211/477-xxx in Verbindung.

    Soweit unser Versicherungsnehmer für den eingetretenen Schaden haftbar ist, werden wir – im Rahmen der geltenden Regelungen – die Ihnen entstandenen, erstattungspflichtigen finanziellen Folgen übernehmen.

    Beachten Sie dazu bitte unsere Empfehlungen:

    1. Fahrzeugschaden/Restwert
    Bei größeren Fahrzeugschäden muss das Fahrzeug durch einen Sachverständigen besichtigt werden. Gerne übernehmen wir dies für Sie. Bitte rufen Sie uns einfach an.

    Falls ein Totalschaden vorliegt oder wenn Sie Ihr Auto unrepariert verkaufen wollen, setzen Sie sich bitte unbedingt vorher mit uns telefonisch in Verbindung. Wir können Ihnen in aller Regel innerhalb von 3 Arbeitstagen ein verbindliches Angebot eines Aufkäufers unterbreiten. Dadurch vermeiden Sie, dass Ihr Fahrzeug unter dem tatsächlich zu erzielenden Wert veräußert wird und Sie möglicherweise bei der Schadenabrechnung wirtschaftliche Nachteile haben.

    2. Nutzungsausfall oder Mietwagen
    Für den Zeitraum, in dem Sie Ihr Fahrzeug auf Grund des Unfalls nicht nutzen können, zahlen wir Ihnen Nutzungsausfall (nur bei privat genutzten Fahrzeugen) oder die erforderlichen Kosten eines Ersatzwagens. Nutzungsausfall erhalten Sie, wenn Sie auf die Anmietung eines Ersatzwagens verzichten. Je nach Fahrzeugtyp und -alter sind dies Beträge von 23,00 bis 99,00 EUR pro Tag.
    Falls Sie einen Mietwagen benötigen, rufen Sie uns bitte vorher an. Wir können Ihnen einen typgleichen Mietwagen sehr kurzfristig vermitteln. Mächten Sie selbst ein Fahrzeug mieten, achten Sie darauf, einen Mietwagen zu einem marktüblichen Preis – und nicht zu den teureren sogenannten ‚Unfallersatztarifen“ – anzumieten. Beachten Sie bitte, dass wir Ihnen die Mehrkosten bei der Anmietung eines zu teuren Ersatzwagens nicht erstatten können.
    Sollten Sie noch Fragen zur Schadenabwicklung haben, rufen Sie uns einfach an. Wir helfen Ihnen gerne.

    Mit freundlichen Grüßen Schadenservice Düsseldorf
    ______________________________________________

    Ja, liebe Anwälte, viele rufen an, nur wenige brauchen dann noch einen Rechtsbeistand.

    Und auch der Unfall aufnehmende Beamte weiß es längst: „Immer schön erst den Haftpflicht-Versicherer um Erlaubnis bitten …..“

    Allen Lesern hier wünsche ich ein erfolgreiches Jahr 2012.

    Chr. Zimper

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