Die Nachbesichtigung-das unbekannte Wesen

Fachanwalt Verkehrsrecht
Werle-Rüdinger & Dr. Schoch
69115 Heidelberg
do my essay for cheap uk college paper cheap writing comparative essays custom essay writers uk custom written essays Verfasser des Beitrages:
gelesen: 38597 , heute: 5 , zuletzt: 25. September 2016

Sofern man als Geschädigter sich dem ersten Zugriff des „Schadenmanagement“ der gegnerischen Versicherung entziehen konnte und dem Weg zu einem unabhängigen Gutachter seines Vertrauens gefunden hat, „droht“ die gegenerische Versicherung gerne mal damit ihr „Recht auf Nachbesichtigung“ des Unfallfahrzeuges geltend zu machen. Wichtig: es gibt kein Recht auf Nachbesichtigung. Nach ständiger Rechtsprechung hat der Versicherer kein Recht das Unfallfahrzeug zu besichtigen, sofern an dem vorgelegten Schadengutachten keine gravierenden Mängel vorliegen, die auch für den Geschädigten ohne weiteres erkennbar sind. Spätestens jetzt sollte der Geschädigte einen Verkehrsanwalt einschalten, da Versicherer auch schon mal ankündigen nicht zu regulieren bis eine Nachbesichtigung durch den Versicherungs-Gutachter durchgeführt wurde. Eine solche Drohung entbehrt jeglicher rechtlicher Grundlage. Die Beauftragung eines Gutachters kostet auch die Versicherung Geld. Versicherer geben aber bekanntermaßen nur ungern Geld aus. Also muss sich die Beauftragung entsprechend lohnen, was wiederum nur der Fall ist, wenn durch die Nachbesichtigung  der Schaden „heruntergerechnet “ wird.

Sofern einer meiner Mandanten- entgegen meiner Empfehlung -einer Nachbesichtigung zustimmen möchte, so informiere ich in jedem Fall den unabhängigen Gutachter, damit er ebenfalls anwesend sein kann. Der etwaig angefallene Aufwand des Gutaachters wird der gegnerischen Versicherung in Rechnung gestellt (genauso wie die SV-Kosten für die Prüfung eines Prüfbericht).

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Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verkehrsrecht und Arbeitsrecht Jürgen Leister

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9 Kommentare zu „Die Nachbesichtigung-das unbekannte Wesen“

  1. Finde ich gut, mache ich genauso. Erschreckend ist allerdings, dass viele Kollegen, Sachverständige und vor allem Versicherungsvertreter das nicht wissen. Gut, bei Letzteren weiß man nicht so genau, ob sie’s nun nicht wissen oder … Jedenfalls sehr passende Überschrift!

  2. RA Leister sagt:

    Eben, und dann hört man immer mal wieder von Kollegen, Verkehrsrecht kann doch jeder.

  3. Die Rechtslage ist leider nicht so eindeutig. Der Versicherer kann aber nicht grundlos eine Besichtigung verlangen, sondern muss nach der Rechtsprechung des BGH „begründete Zweifel“ an der Richtigkeit des Gutachtens bzw. Kostenvoranschlags oder der Reparaturrechnung haben und diese auch offenlegen. Die gesetzliche Pflicht zum Ausgleich des Schadens führt danach beim Geschädigten zur Pflicht auf die Schadensfeststellung des Versicherers Rücksicht zu nehmen, ohne dass dies einen eigenen Anspruch des Versicherers begründen würde. Also grundsätzlich kein Anspruch, aber bei begründeten Zweifeln ein Recht auf Besichtigung.

  4. RA Leister sagt:

    „Nach ständiger Rechtsprechung hat der Versicherer kein Recht das Unfallfahrzeug zu besichtigen, sofern an dem vorgelegten Schadengutachten keine gravierenden Mängel vorliegen, die auch für den Geschädigten ohne weiteres erkennbar sind.“

    So stehts geschrieben, siehe oben !

  5. RA Johannes v Schönfeld sagt:

    in einem Fall hat mir jetzt das Gericht den Hinweis erteilt, die Nachbesichtigung durch die Beklagte zuzulassen. Interessante Rechtsauffassung …

  6. RA Tetting sagt:

    Die Problematik hier liegt doch weniger in der Frage, ob die gegnerische Versicherung einen tatsächlichen Rechtsanspruch darauf hat, sondern in der mit der Behauptung dieses Anspruchs eintretenden Verzögerung der Regulierung. Dies ist dem Mandanten schwer verständlich zu machen, da er zwar Recht hat, aber trotzdem erst einmal nicht so zügig wie gewünscht seinen Ersatzanspruch realisieren kann. Eine derartige Auseinandersetzung ist für den Mandanten quälend, sodass ich dazu rate, die Versicherung gucken zu lassen, aber in jedem Fall den eigenen Sachverständigen zu dieser Besichtigung hinzu zu ziehen, damit er dem Versicherungsgutachter „auf die Finger“ guckt.

  7. Ich kann dem Kolloegen Tetting nur Recht geben. Was nützt es, dass die Nachbesichtigung zu Recht verweigert wird, wenn die Versicherung dann erstmal nicht zahlt. Das ist sicher nicht im Sinne des Mandanten, der dann verärgert ist und nicht mehr wiederkommt, wenn er zunächst einen lange dauernden Prozess durchstehen muß. Vor der Nachbesichtigung braucht man in Ürigen nach meiner Erfahrung auch gar keine Angst zu haben. Wenn die Versicherung nach Besichtigung kürzt, gibt es erstmal Geld, der Mandant ist zufriedenmund denRest kann ich mir immer noch im Prozeß holen. Hat bisher immer geklappt !!!!!

  8. Der Name war falsch! Sorry

  9. RA Leister sagt:

    Der Tenor des Blogbeitrags ist, das es kein grundsätzlicher Recht auf Nachbesichtigung gibt, obwohl das regelmäßig von Versicherern unterstellt wird. Natürlich ist es immer eine Frage des Einzelfalls, wie vorzugehen ist. Ich bin aber der Ansicht, das man einen Standpunkt auch vertreten muss, solange es nicht zu Lasten des Geschädigten geht. Außerdem führe ich lieber Proszese aus dem Streitwert des Gesamtschadens und nicht nur aus dem Streitwert der Schadendifferenz. Auch das dient nicht „nur“ dem eigenen Honorar, sondern führt zu einer Kostenbelastung des Versicherers, der feststellen soll, das „Klagepoker“ unterm Strich teurer wird.

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