„Wenn ein Rechtsanwalt zum Telefonhörer greift, dann kostet es Geld“

Rechtsanwältin Karin LangerVerfasser des Beitrages:
gelesen: 106035 , heute: 24 , zuletzt: 30. September 2016

Diesen Satz musste ich kürzlich in der Sauna hören. Es zeigt sich, dass offenbar Rechtsanwälte noch immer bei vielen Menschen den Ruf haben, den Schwerpunkt weniger auf juristische Arbeit als auf optimale Durchsetzung eigener wirtschaftlicher Interessen zu legen. Der zitierte Satz ist allenfalls dann zutreffend, wenn der Mandant mit seinem Rechtsanwalt eine (freiwillige) Vergütungsvereinbarung auf Stundensatzbasis getroffen hat. Eine solche Vereinbarung ist gegenüber der Abrechnung nach den gesetzlichen Gebühren für den Mandanten günstiger und kalkulierbarer. Im Verkehrsrecht findet – zumindest bei mir – eine solche Vereinbarung allerdings nur in seltenen Einzelfällen Anwendung. Fast ausschließlich arbeite ich zu den gesetzlichen Gebühren, welche im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) verankert sind. In Bußgeldsachen, so z.B. bei Geschwindigkeitsüberschreitungen, Rotlichtfahrten oder Abstandsverstößen fällt der Betrag von € 285,60 an (inkl. Mehrwertsteuer und Postpauschale), in Strafsachen, so z.B. Trunkenheitsfahrten oder unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, der Betrag von € 386,75. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich mit der Verwaltungsbehörde oder der Staatsanwaltschaft 1-mal oder 10-mal telefoniere, ob ich einen oder 10 Briefe schreibe. Geht die Sache in das gerichtliche Verfahren über, so verdoppeln sich diese Gebühren in etwa. Überhaupt kein Kostenrisiko trägt derjenige, der über eine (Verkehrs-)Rechtsschutzversicherung verfügt. Diese tritt nur dann nicht ein, wenn es zu einer rechtskräftigen Verurteilung wegen einer Vorsatztat kommt, was im Verkehrsrecht eher selten ist. Nur dann, wenn mit der Rechtsschutzversicherung ein Selbstbehalt vereinbart ist, muss dieser vom Mandanten getra­gen werden. Dabei empfehle ich, den Selbstbehalt auf max. € 100,00 zu begrenzen.

Wenn ich Ihre Ansprüche nach einem nicht selbst verschuldeten Verkehrsunfall bei der gegnerischen Versicherung geltend mache, werden meine Kosten von dieser Versicherung übernommen. Stellt sich heraus, dass Sie ein Mitverschulden zu tragen haben, so werden die Rechtsanwaltskosten entsprechend gekürzt. Der Differenzbetrag wird auch hier von einer Rechtsschutzversicherung getragen. Ebenfalls gilt auch hier das oben Gesagte, d.h. die gesetzliche Gebühr fällt nur einmal an, unabhängig vom tatsächlichen Aufwand des Rechtsanwaltes.

Ich spreche mit Ihnen entweder sofort beim telefonischen Erstkontakt oder aber spätestens in einem persönlichen Gespräch über meine Gebühren, sodass hier weder Unklarheiten noch Unsicherheiten entstehen.

 

Karin Langer

Fachanwältin für Verkehrsrecht Heidelberg

Fachanwälte für Verkehrsrecht, Arbeitsrecht und Familienrecht

www.heinz-rae.de

  • Bußgeld oder Fahrverbot droht? Rechtanwältin Karin Langer steht Ihnen bei Fragen gerne telefonisch und persönlich zur Verfügung: karin.langer@heinz-rae.de oder 06221/90543-0
  • Oder nutzen Sie die einfache Schadens- oder Bußgeldmeldung über Schadenfix.de!

 

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3 Kommentare zu „„Wenn ein Rechtsanwalt zum Telefonhörer greift, dann kostet es Geld““

  1. peter sagt:

    Telefonhöhrer? Bitte wenigstens den Titel richtig schreiben

  2. ct sagt:

    Ich denke, eine Vergütungsvereinbarung ist für den Mandanten zwar meistens transparenter (sofern eine Vergütungsobergrenze vereinbart wird), aber eher nicht günstiger. Sobald die Tätigkeit des Rechtsanwalts von einem Gebührentatbestand des RVG erfasst ist (das ist bei quasi jeder Tätigkeit der Fall, die über eine reine Beratung hinausgeht), darf der Anwalt die gesetzliche Gebühr durch Vereinbarung nicht unter- wohl aber überschreiten. Daher sollten Vereinbarungen, die eine solche Tätigkeit erfassen, auch stets den Zusatz erhalten, dass die vereinbarte Vergütung, mindestens aber RVG, geschuldet wird.

    Dass der Griff zum Telefonhörer (stets) Geld kostet, ist sicherlich nicht richtig. Allerdings kann es sich bei einem Telefonat durchaus um die erste Handlung handeln, die einen Gebührentatbestand auslöst (so z.B. ein Anruf bei der Gegenseite die Geschäftsgebühr nach 2300 VV-RVG). Die ggf. folgenden Anrufe sind dann aber mitabgedeckt.

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